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Was wir von Bruder Adam lernen können - mit Reiner Schwarz



 

Am Montag den 4. März hat uns Reiner Schwarz auf eine Reise mit ins 20. Jahrhundert genommen, zum Benediktinermönch Bruder Adam. Adam begründete die Zucht der Buckfastbiene und gehört damit zu den Pionieren der modernen Bienenzucht.


So sind vor allem seine Philosophie und Leitsätze bis heute gültig und sollten in jeder Imkerei Anwendung finden.

„Lass es dir von den Bienen sagen“

Vermenschliche nicht die Bienen sondern biete ihnen Lösungen an und warte die Reaktion ab. Sie werden dir die richtige Richtung zeigen. Berechnete oder erwartete Reaktionen führen zu nichts, denn die Umweltfaktoren sind zu groß. Das Beobachten der Tatsachen ist gefordert.


„Es gibt keine vollkommene Honigbiene“

Eine Honigbiene die alle positiven Eigenschaften vereint, um erfolgreich zu wirtschaften, gibt es nicht. Sie muss erst durch Zucht geformt werden.


„Teile deinen Zuchterfolg und er wird zu dir zurückkommen“

Sei ein Vorbild für andere. Tu für deine Bienen alles, was sie von dir erwarten können - nur hinstellen reicht nicht.


„Nur wenige Eingriffe zur rechten Zeit“

So ist der richtige Standort eine wichtige Voraussetzung. Wenn eine Trachtlückenfütterung notwendig ist, tu es. Eine wöchentliche Durchsicht ohne konkrete Absicht ist nicht zielführend.


„Ich habe es noch nicht versucht, also kann ich nichts dazu sagen“

Nicht spekulieren sondern selber Erfahrungen machen oder auf den Rat Erfahrener hören und sich dann auch danach richten.


Die wichtigste Aufgabe eines jeden Imkers ist, das Verhalten der Bienen zu studieren und sich daran entsprechend anzupassen, wenn er Erfolg haben möchte. Das heißt, der Mensch muss sich nach dem Tier richten und nicht umgekehrt.


Die Betriebsweise des Bruder Adams ist vor allem gekennzeichnet durch einen unbeschränkten Brutraum. Steht das Einengen des Bienenvolks dann im Widerspruch zum unbeschränktem Brutraum? Nein, denn es wird den Bienen nur so viel Platz gegeben, wie sie benötigen. Der Brutraum in sich ist dennoch uneingeschränkt. Adam nutzt flache Honigräume zusammen mit einem Absperrgitter, wobei neue Honigräume aufgesetzt werden und nicht untendrunter oder mitten rein. Nach jedem Trachtende wird geerntet, doch müssen immer mindestens 4kg Honig im Bienenvolk verbleiben. Ebenso sind eine effektive Schleudertechnik, hygienische Betriebsräume, Wachsarbeiten, großes Futtergeschirr und das Einwintern starker Völker Bestandteil seiner Betriebsweise. Beim Schwarmmanagement führt man Stichproben durch und bricht, wenn nötig, ein maximal zweimal Königinnenzellen. Das Schröpfen ist kein Mittel der Wahl in der Schwarmzeit.


Eine Zuchtimkerei sollte getrennt von den Wirtschaftsvölkern betrieben werden. Der wirtschaftliche Erfolg wird vor allem durch die vier primären Eigenschaften wie Fruchtbarkeit, Sammeltrieb, Krankheitsfestigkeit und Schwarmträgheit der Honigbiene erzielt. Der sinnvolle und sparsame Einsatz der Betriebsmittel ist selbstverständlich.


Bruder Adam hat wichtige Erkenntnisse in der Bienenzucht und Betriebsweise erlangt und den nachfolgenden Imkergenerationen einen guten Weg vorgezeichnet, es liegt an uns ihn zu gehen und auszubauen.


Wir danken Reiner Schwarz herzlich für diesen eindrucksvollen Vortrag!



Vortrag am 4. März 2024 mit Bienenzüchter Reiner Schwarz über den Weg des Bruder Adam





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