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Binder kommt nach Erding




 

Was für ein grandioser Jahresabschluss 2023. Am 18. November 2023 konnten wir Jürgen Binder sowie 80 Teilnehmer bei uns im Vereinsheim zur Jahresabschlussveranstaltung begrüßen. Es war ein toller Tag mit vielen lehrreichen Aha-Momenten und regem Austausch zwischen Bienenfreunde Erding e.V. Mitgliedern und vielen anderen Imkern aus ganz Bayern.


Die wesentliche Erkenntnis des Tages ist: der Nr. 1 Erfolgsfaktor in der Imkerei ist eine gute Energiebilanz im Bienenvolk. Denn, es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Bienenvolk den Honigertrag steigern kann. Entweder es ist in sich als Volk groß, vital und kann dadurch mehr sammeln oder es hat selbst einen geringeren Verbrauch und es bleibt somit ein größerer Überschuss an Honig übrig. Beides lässt sich nach Jürgen Binder gut beeinflussen, indem man sich auf den Wärmehaushalt und das Futterangebot fokussiert.

Wärme lässt eine Arbeiterin durchschnittlich schneller schlüpfen und reduziert damit zusätzlich als positiven Randeffekt den Varroadruck, da weniger Vermehrungszyklen der Milbe in der verdeckelten Brutzelle erfolgen können. Wenn die Arbeiterinnen außerdem weniger heizen müssen, steigt wiederum deren Lebensdauer und man erreicht eine größere Volksstärke. Die Wärme führt des weiteren dazu, dass sich die Wintertraube schneller auflöst, die Königin zeitiger in Brut geht und mehr Bienen zur ersten Tracht zur Verfügung stehen.

Doch wie macht man das am besten?

Zunächst kann man im November mithilfe von zwei Thermoschieden die sich gerade bildende Wintertraube links und rechts begrenzen, sodass eine Brutkammer entsteht. Direkt am Thermoschied angrenzend hängen die Futterwaben, ebenfalls mit einem Thermoschied begrenzt, die die Futterkammer bilden. Zusätzlich zur Wärmedämmung durch die Thermoschiede kann sowohl auf die Oberträger als auch auf dem Gitterboden eine Thermofolie aufgelegt werden. Diese mit Aluminium beschichtete Folie reflektiert die Wärme der Bienen und verhindert Zugluft. Im Winter werden somit die Bienen durch die Anpassung des Brutraums an die Bienenmasse unterstützt. Im Frühjahr und Sommer wird wiederum sukzessive der Brutraum auf die Brutmasse angepasst. Ein kleiner Abstand zwischen den jeweils äußersten Rähmchen beziehungsweise Thermoschieden zur Beutenwand sorgt für Luftzirkulation und vermeidet Kondenswasser und Schimmel.



Hinsichtlich der Futtermenge ist es wichtig, dass beim Einwintern mindestens 8kg Futter in der Brutkammer vorhanden sind. Diese versorgen das Volk bis etwa Februar. Weitere Kilogramm Futter befinden sich in der Futterkammer und werden nach und nach von den Bienen von außen nach innen in die Brutkammer umgetragen.


Eine Varroabekämpfung fortlaufend durch das gesamte Jahr spielt ebenfalls eine wichtige Rolle und sollte unter keinen Umständen vernachlässigt werden.


Neben oben genannten Fakten und Empfehlungen gab es noch viele weitere nennenswerte, doch diese hier näher auszuführen sprengen den Rahmen.

Wir hatten einen wahnsinnig informativen Tag und möchten uns bei Jürgen Binder und allen Teilnehmern herzlich bedanken.



Vortrag am 18. November 2023 mit Imkermeister Jürgen Binder rund um die Energiebilanz des Bien

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